Samstag, 7. Juni 2014

Lost & Fondue

Heute war ein harter tag mit vielen sinnlosen kilometern.  Wegen verfehlter schilder und schlecht angegebener wege musste ich heute oft bergauf und bergab fahren, um dann doch wieder an denselben punkt zu gelangen. 



Mir wurde heute klar, wann man sich beim reisen (oder auch sonst?) einsam fühlt: dann, wenn man ein bisschen jammern möchte, aber niemand da ist, der einem zuhört. Da ist dann die selbstmitleids-ablade angesagt. Und die hatte ich heute einige male betätigt um kühlen kopf zu bewahren (was bei 30 grad nicht immer einfach war). Aber funktioniert hat es :)

Ich bin jetzt am fusse der grand cols der tour de france: galibier, izoard, bonette, restefond. Weil ich ja soooo arm war, habe ich mir heute ein fettes abendessen mit einem guten käse-fondue gegönnt in einem restaurant, wo nur einheimische sind. Herrlich. Danach geht es noch ein bisschen weiter. 

Auf dem wege hierher hatte ich zwischendurch das gefühl, wie gross das eigentlich ist, was mich in den nächsten tagen erwartet. Man könnte sagen, ich habe meine gesamte radkarriere trainiert, um das zu machen. Die grossen berge der grossen tour, wo helden geboren wurden und gedemütigt wurden, wo geschichte geschrieben, betrogen und gelogen wurde, wo männer geschwitzt, geweint und geblutet haben. Und als ich diese gedanken hatte, dass ich auf derselben strecke fahre wie sll die grossen helden, da hatte ich erstmalig rückenwind heute, und die sträucher und der fluss schienen mir zuzujubeln, dem helden auf dem weg in die arena. Rosinante und ich flogen durch die Landschaft und ich fühlte mich grossartig - bis ein plattes hinterrad mich dann wieder auf die harte strasse der realität zurückholte. Strassenrand mit schmutzigen Händen, kein Service-Team, kein neues Hinterrad. Nicht mal der Besenwagen (den hätte ich in dem Moment sofort genommen). Eddie, jaques, fausto und alberto längst weitergefahren. Der wind hatte gedreht. Kein klatschen und jubeln mehr. Aber cool war es trotzdem ;)

Ja. Morgen wirds dann wirklich ernst. 2000+ hm sind ab jetzt der tages-standard. Aber meine beine sind gut und ich erinnere mich oft an keuchende trainingsfahrten in st. Radegund ;) die helfen mir, denn bisher waren die snstiege zwar lang, aber so richtig giftig waren nur die kleinen, abgelegenen bergstrassen. Die bisherigen pässe (ausser dem arlberg und konsorten) waren vom anstieg her schaffbar. Sogar mit gepäck. So zw. 9 und 11%. 

Also, hier bin ich, grand cols. Ich freue mich auf euch. So treat me nice and lets have great days. 

Und euch, ihr lieben, das beste. M

Kommentare:

  1. Lieber Papa, alle gute zum Vatertag alles gute für die weiteren fahrten
    Fabio

    AntwortenLöschen
  2. Alles Gute Zum Vatertag Und Gute Reise LG Mira

    AntwortenLöschen
  3. vielleicht heissen die berge "grand culs" ;-)

    AntwortenLöschen